Freitag, 18. Juli 2014

Matt Chisholm

[d.i. Peter Christopher WATTS] (1919-1983)


Biographische Notizen:
Peter Christopher Watts wurde am 19. Dezember 1919 in Maida Vale, London in Grossbritannien geboren. In seiner Jugend besuchte er die Richmond Hill School und weitere Kunstsschulen in England. Während des zweiten Weltkriegs diente Watts in der Britischen Armee und wurde in Nordafrika, Syrien und in Burma eingesetzt. Fünf Jahre nach Kriegsende veröffentlichte er einen ersten Roman unter seinem wirklichen Namen. Einige Jahre später folgte die erste Buchveröffentlichung eines Western unter dem Pseudonym Matt Chisholm. Seit den späten 1950er Jahren erschienen dann im folgenden Vierteljahrhundert weit mehr als 100 Buchveröffentlichungen, deren Handlung zumeist im Wilden Westen angesiedelt war. Watts benutzte wechselnde Pseudonyme. Die meisten Texte erschienen unter Matt Chisholm, hinzu kamen im Laufe der Zeit die Namen Cy James, Luke Jones, Duncan Mackinlock, Tom Owen sowie die verkürzte Form des eigenen Namens: Peter Watts. Abgesehen von der schriftstellerischen Tätigkeit war Watts bis 1980 auch in einem zivilen Beruf tätig. Seine Romane lassen sich vielfach bestimmten Serien zuordnen:
- die Spur-Serie, seit 1961
- die McAllister-Serie, seit 1963
- die Storm-Serie, seit 1970
- die Blade-Serie, seit 1978
Die Festlegung einer endgültigen Reihenfolge der Bände innerhalb der einzelnen Serien ist schwierig. Teilweise erschienen die Bände über Jahrzehnte hinweg in unterschiedlichen Verlagen und zudem lagen mir die Originalausgaben in der Regel nicht vor. Die hier gewählte Reihenfolge der englischsprachigen Ausgaben orientiert sich weitgehend an der Übersicht bei Geoff SADLER (Ed.), Twentieth-Century Western Writers. 2nd Edition 1991. - Watts Bücher wurden häufig mehrfach aufgelegt, in meiner Liste finden sich normalerweise nur Angaben zu den Erstveröffentlichungen, falls die Abbildungen spätere Ausgaben zeigen, ist dies vermerkt. So wurden z.B. die späteren Cover bei Mayflower (1970er Jahre) von - dem vorwiegend als Fantasy-Illustrator bekannten - Chris[tos] Achilleos (vgl. die Abb. unten) gezeichnet.

Neben seinen Romanen hat Watts auch einige Sachbücher über den Wilden Westen veröffentlicht sowie zahllose kürzere Erzählungen, die jedoch im einzelnen hier nicht nachgewiesen werden.

In einem nach Watts Tod veröffentlichten Artikel schrieb Finn Arnesen u.a.: "Peters umfangreiches Wissen über den Alten Westen gab seinen Romanen Authentizität, die er mit reichlich action, guter Charakterisierung und einer Menge Humor verband. Man wird sich an ihn nicht als einen grossen Schriftsteller erinnern, aber seine Romane haben Millionen Leser in ganz Europa bestens unterhalten."

Peter Christopher Watts verstarb am 30. November 1983.


Peter Christopher Watts Romane: 
Nach einem ersten schon 1950 veröffentlichten Titel wandte sich Watts ab 1958 verstärkt schriftstellerischer Tätigkeit zu. In schneller Folge erschienen seit diesem Jahr zahlreiche Romane in Taschenbuchbform. Zunächst wurden die Bücher üblicherweise in England veröffentlicht, später folgten dann oftmals auch amerikanische Ausgaben und auch im skandinavischen Raum wurden zahlreiche Übersetzungen veröffentlicht, ja einige späte Manuskripte erschienen meines Wissens nur in norwegischer Übersetzung. Ein beträchtlicher Teil des schriftstellerischen Werkes von Watts wurde auch in deutscher Sprache in Taschenbuchform, als Leihbuch oder als Romanheft veröffentlicht. Viele Bücher von Peter Christopher Watts können bestimmten Serienfiguren zugeordnet werden, von denen 'McAllister' wohl die wichtigste war.

Die deutschen Ausgaben
In Deutschland wurden insgesamt mindestens 53 Texte von Watts unter den Pseudonymen Matt Chisholm, Cy James sowie dem deutschen Verlagspseudonym Les Hondo veröffentlicht. Hierbei sind Mehrfachveröffentlichungen mitgezählt.

a) Leihbücher:
Bei Balowa in Balve und bei Rekord in Viersen erschienen insgesamt fünf Leihbücher mit Texten von Watts; möglicherweise wurden diese Texte schon zuvor als Taschenbücher veröffentlicht.

b) Taschenbücher
Taschenbuchausgaben erschienen bei Pabel, Kelter und Bastei innerhalb der allgemeinen Western-Taschenbuchausgaben dieser Verlage. Der Bastei Verlag veröffentlichte zudem zwischen 1971 und 1973 24 Taschenbücher der McAllister Serie, wobei man sich jedoch nicht an die Reihenfolge der Originalveröffentlichungen hielt.

c) Romanhefte
Romanhefte mit Texten von Watts erschienen überwiegend bei Erich Pabel in Rastatt, vereinzelte Ausgaben gab es auch bei Zauberkreis und Moewig. Bei Pabel erschienen in der Romanheftreihe Star-Western unter der Titelzeile 'Die Storm-Familie' auch alle Texte der Storm-Serie..

Übersicht zu Peter Christopher Watts Werken 
Vorbemerkung: Es gab zum Teil abweichende US-Titel. Magazin-Veröffentlichungen finden hier keine Berücksichtigung, sie können zeitlich vor den Buchausgaben gelegen haben. Deutsche Titel in { }. Erzählungen werden nur erwähnt, wenn es deutsche Übersetzungen gab. Anklicken der Links führt zu den Einzeltitelaufnahmen (eta).

Es fehlen noch zahlreiche Bilder. Für Ergänzungen und Korrekturen wäre ich dankbar!

1950
Peter Watts - OUT OF YESTERDAY

1958
Matt Chisholm - HALFBREED
Matt Chisholm - HIGH PEAKER
Matt Chisholm - HODGE  {HODGE}
Matt Chisholm - RIDERS AT THE FORD {ENTSCHEIDUNG AN DER FURT}

1959
Matt Chisholm - BLOOD ON THE LAND
Matt Chisholm - HANG A MAN HIGH {GEBET FÜR EINEN GEJAGTEN}
Matt Chisholm - JOE BLADE
Matt Chisholm - THE LAW OF BEN HODGE {HARTES RECHT}
Matt Chisholm - NEVER GIVE GROUND
Matt Chisholm - THE SAGA OF TRENCH GODDEN
Matt Chisholm - SUTTER'S STRIKE
Matt Chisholm - WILD MUSTANGER {WILDE MÄNNER, WILDE PFERDE}
Tom Owen - THE DREAD AND THE GLORY

1960
Matt Chisholm - FURY AT TOMBSTONE
Matt Chisholm - HANGROPE FOR A GUNMAN
Matt Chisholm - A POSSE OF VIOLENT MEN {REITE NORDWÄRTS, COWBOY}
Matt Chisholm - PRAYER FOR A GUNMAN
Matt Chisholm - PURSUIT IN THE SUN
Tom Owen - CIRCUS OF HORROR

1961
Matt Chisholm - ADVANCE TO DEATH
Matt Chisholm - A RAGE OF GUNS
Cy James - spur 1 -THE BRASADA GUNS
Cy James - spur 2 -THE GUN IS MY BROTHER {Les Hondo DER GEÄCHTETE VON TEXAS}
Cy James - spur 3 -THE VIOLENT HILLS (überarbeitet als: HELL FOR MCALLISTER)
Luke Jones - THREE CANYONS TO DEATH

1962
Matt Chisholm - BITTER RANGE
Luke Jones - BRASADA
Duncan Mackinlock - ISLAND OF HELL
Tom Owen - THE LONG NIGHT THROUGH

1963
Matt Chisholm - mcallister 1 - MCALLISTER {DAS GOLD DER ARMEE}
Matt Chisholm - mcallister 2 - THE HARD MAN {DER WEIDEWOLF}
Matt Chisholm - mcallister 3 - DEATH AT NOON
Matt Chisholm - mcallister 4 - THE HANGMAN RIDES TALL
Matt Chisholm - THE PROUD HORSEMAN
Matt Chisholm - THREE FOR VENGEANCE

1964
Cy James - spur 4 - DEATH RIDES FAST
Cy James - spur 5 - THE BATTLE OF RED ROCK
Cy James - spur 6 - RIDE THE FAR COUNTRY
Cy James - spur 7 - HELLION

1965
Matt Chisholm - INDIANS
Cy James - spur 8 - HANGROPE POSSE
Cy James - spur 9 - GUN-RAGE
Cy James - spur 10 - BLOOD CREEK {FAUSTRECHT AM BLOOD CREEK}
Cy James - spur 11 - GUN HAND
Tom Owen - THE CORGI SPORTS ALMANAC

1966
Matt Chisholm - CASH MCCORD {CASH MCCORD}
Matt Chisholm - HUNTED
Matt Chisholm - THE LAST GUN
Matt Chisholm - SCREAM AND SHOUT
Matt Chisholm - SPUR TO DEATH
Cy James - spur 12 - SAVAGE HORSEMAN {DER GEHETZTE}
Cy James - spur 13 - MAN IN THE SADDLE {HÖLLE DER VERDAMMTEN}
Cy James - spur 14 - THE RUNNING GUN
Cy James - spur 15 - MY GUN IST JUSTICE (überarbeitet als: MCALLISTER JUSTICE) {DER BANDITENJÄGER}

1967
Matt Chisholm - APACHE KILL
Matt Chisholm - GUN MARSHAL
Matt Chisholm - INDIAN SCOUT
Matt Chisholm - mcallister 5 - DEATH TRAIL {TOD IN MONTANA}
Matt Chisholm - mcallister 6 - KIOWA {VON ALLEN HUNDEN GEHETZT}
Matt Chisholm - RANGE WAR

Matt Chisholm - RITT IN DIE WILDE STADT (Originaltitel noch unbekannt)
Matt Chisholm - DER WÜSTENRANCHER (Originaltitel noch unbekannt)
Cy James - spur (?) - HEISSES BLEI AUS HARTEN FÄUSTEN (Originaltitel noch unbekannt)
Cy James - spur (?) - WARNUNG IN BLEI (Originaltitel noch unbekannt)

1968
Matt Chisholm - A BULLET FOR BRODY
Matt Chisholm - GUN LUST
Matt Chisholm - mcallister 7 - TOUGH TO KILL {EIN KERL WIE DYNAMIT}
Matt Chisholm - SPUR
Matt Chisholm - THE TRAIL OF FEAR

1969
Matt Chisholm - mcallister 8 - HELL FOR MCALLISTER {SEIN FREUND, DAS HALBBLUT}
Matt Chisholm - mcallister 9 - MCALLISTER JUSTICE {MIT GESETZ UND COLT}
Matt Chisholm - mcallister 10 - RAGE OF MCALLISTER {DOLLARS, DIEBE, DESPERADOS}
Matt Chisholm - mcallister 11 - MCALLISTER STRIKES {WIE EIN BLUTHUND}
Matt Chisholm - mcallister 12 - KILL MCALLISTER {DER SCHWARZE HERDENBOSS}
Matt Chisholm - mcallister 13 - MCALLISTER RIDES {DIE 500-DOLLAR LADY}
Matt Chisholm - mcallister 14 - MCALLISTER MAKES WAR {DER MARSHAL-KILLER}
Matt Chisholm - mcallister 15 - MCALLITSER'S FURY {CHADDO, DER BASTARD}
Matt Chisholm - mcallister 16 - MCALLISTER FIGHTS {ROT VON BLUT WAR DIE PRÄRIE}
Matt Chisholm - mcallister 17 - GUNSMOKE FOR MCALLISTER {DIE SCHLUCHT DES GRAUENS}
Matt Chisholm - mcallister 18 - BLOOD ON MCALLISTER {DUELL IN CLANTON}
Cy James - spur 16 - THE CIMMARON KID

1970
Matt Chisholm - mcallister 19 - MCALLISTER SAYS NO {DIE JUWELEN-LADY}
Matt Chisholm - mcallister 20 - DANGER FOR MCALLISTER {MIT EINEM BEIN IM GRAB}
Matt Chisholm - mcallister 21 - MCALLISTER GAMBLES {DER CLAN DER PFERDEDIEBE}
Matt Chisholm - mcallister 22 - HANG MCALLISTER {DER WAHNSINNIGE GENERAL}
Matt Chisholm - mcallister 23 - SHOOT MCALLISTER {DIE GOLDGRÄBERSTADT}
Matt Chisholm - mcallister 24 - TRAIL OF MCALLISTER {EIN HALLELUJA FÜR 6 KILLER}
Matt Chisholm - storm 1 - STAMPEDE {DIE STORM-FAMILIE: STAMPEDE DURCH DIE HÖLLE}
Cy James - spur 17 - TRAIL WEST
Cy James - spur 18 - LONGHORN

1971
Matt Chisholm - storm 2 - HARD TEXAS TRAIL {DIE STORM-FAMILIE: EIN TEUFELSWEIB FÜR CLAY}
Matt Chisholm - storm 3 - RIDERS WEST {DIE STORM-FAMILIE: KAMPF IN COLORADO}
Cy James - spur 19 - GUN
Cy James - spur 20 - THE BRAVE RIDE
Cy James - spur 21 - BLOOD AT SUNSET

1972
Matt Chisholm - mcallister 25 - MCALLISTER RUNS WILD
Matt Chisholm - mcallister 26 - BRAND MCALLISTER {DAS BRANDMAL DES TEUFELS}
Matt Chisholm - storm 4 - ONE NOTCH TO DEATH {DIE STORM-FAMILIE: EIN GALGEN FÜR MART STORM}
Matt Chisholm - storm 5 - ONE MAN - ONE GUN {DIE STORM-FAMILIE: AUFTRAG FÜR DEN HEISSPORN JODY}
Matt Chisholm - storm 6 - THUNDER IN THE WEST {DIE STORM-FAMILIE: DIE OUTLAW-RANCH}
Matt Chisholm - mcallister 27 - BATTLE FOR MCALLISTER {EINE STADT WIE GIFT}

1973
Matt Chisholm - mcallister 28 - MCALLISTER TRAPPED
Matt Chisholm - mcallister 29 - VENGEANCE FOR MCALLISTER
Matt Chisholm - storm 7 - A BREED OF MEN {DIE STORM-FAMILIE: IM HÖLLENCAMP DER DESPERADOS}
Matt Chisholm - storm 8 -  BATTLE FURY {DIE STORM-FAMILIE: GOLDRAUSCH IN THREE CITY}
Matt Chisholm - storm 9 -  BLOOD ON THE HILLS {DIE STORM-FAMILIE: EIN STERN AN JODYS WEST}

1974
Matt Chisholm - mcallister 30 - MCALLISTER MUST DIE
Matt Chisholm - mcallister 31 - THE MCALLISTER LEGEND


1977
Matt Chisholm - RIG 59
Peter Watts - A DICTIONARY OF THE OLD WEST

1978
Matt Chisholm - blade 1 - THE INDIAN INCIDENT
Matt Chisholm - blade 2 - THE TUCSON CONSPIRACY
Matt Chisholm - THE TRUE BOOK OF THE WILD WEST

1979
Matt Chisholm - blade 3 - THE PECOS MANHUNT
Matt Chisholm - blade 4 - THE LAREDO ASSIGNMENT
Matt Chisholm - blade 5 - THE COLORADO VIRGINS
Matt Chisholm - blade 6 - THE MEXICAN PROPOSITION
Matt Chisholm - blade 7 (8) - THE NEVADA MUSTANG

1980
Matt Chisholm - blade 8 (7) - THE ARIZONA CLIMAX
Matt Chisholm - blade 9 (10) - THE CHEYENNE TRAP
Matt Chisholm - blade 10 (9) - THE MONTANA DEADLOCK

1981
Matt Chisholm - blade 11 - THE NAVAHO TRAIL
Matt Chisholm - blade 12 - THE LAST ACT
Matt Chisholm - mcallister 32 - MCALLISTER NEVER SURRENDERS
Matt Chisholm - mcallister 33 - MCALLISTER AND CHEYENNE DEAT
Matt Chisholm - mcallister 34 - MCALLISTER AND THE SPANISH GOLD
Matt Chisholm - mcallister 35 - MCALLISTER AND THE COMANCHE CROSSING
Matt Chisholm - mcallister 36 - MCALLISTER AND QUARRY
Matt Chisholm - mcallister 37 - DIE-HARD
Matt Chisholm - mcallister 38 - WOLF-BAIT
Matt Chisholm - mcallister 39 - FIRE-BRAND

1982
Matt Chisholm - BLODIG SNOE (norwegische Übers. d. engl. Manuskriptes: BLOODY SNOW)
Matt Chisholm - DOEDENS LAND (norwegische Übers. d. engl. Manuskriptes: LAND OF THE DEAD)

1983
Matt Chisholm - LEIE MORDER (norwegische Übers. d. engl. Manuskriptes: HIRED KILLER)
Matt Chisholm - EN TEXANERS (norwegische Übers. d. engl. Manuskriptes: DEATH OF A TEXAN)
Matt Chisholm - HESTETUYNE (norwegische Übers. d. engl. Manuskriptes: HORSETHIEVES)


 [... to be completed]

Max Brand

  Tales of the Wild West
Max Brand und seine Kurzgeschichten


Max Brand gehörte zu den Klassikern des amerikanischen Western. Es freut mich daher besonders hier einen ausführlichen, emotionalen Beitrag von Elisabeth Wänke bringen zu können, in dem Brands Kurzgeschichten im Mittelpunkt stehen. Der Beitrag wurde ursprünglich als Rezension zu Tales of the Wild West geschrieben, geht aber m.E. über den normalen Umfang einer Buchbesprechung hinaus und bietet gleichfalls eine Einführung in Werk und Leben von Max Brand. Er wird daher hier im Bereich der Artikel eingestellt! - Vielen Dank an Elisabeth Wänke, die mir freundlicherweise erlaubt hat, den Artikel auf "WILDWESTER - Home of the Western" zu veröffentlichen. (Old Reddy)

Tales of the Wild West

Elisabeth Wänke

Frederick Schiller Faust (1892-1944), bekannt unter dem Pseudonym Max Brand, war ein äußerst vielseitiger und produktiver Schriftsteller. Von ihm sind bis jetzt allein an die 200 Westernromane in Buchform erschienen, die vorher in den 20er und 30er-Jahren in den pulp magazines [1 - Texte zu den Fussnoten am Ende des Beitrages] meist als sechsteilige Fortsetzungsromane oder als inhaltlich zusammenhängende, aber in sich abgeschlossene novelettes (10000 -35000 Wörter) veröffentlicht wurden. Daneben existieren aber noch unzählige kürzere und längere Geschichten, die nach ihrer Veröffentlichung in den pulp oder slick paper magazines nie in Buchform erschienen.
Nur einige wenige wurden in Anthologien aufgenommen, davon die bekannteste Wine on the Desert (1936). Lange Zeit gab es keine einzige Anthologie von Fausts Western Stories. Erst William F. Nolan änderte diesen Mißstand, indem er 1981 den ersten Band von Max Brand´s Best Western Stories herausgab, denen 1985 und 1987 noch je ein Band folgte. (Nolan besitzt eine komplette Sammlung von Faust Erstausgaben. Mit über 50 Artikeln in Zeitungen und Magazinen über Faust ist er wahrscheinlich der beste Faust-Kenner überhaupt und außerdem selbst ein erfolgreicher Schriftsteller. Sein wohl bekanntester Roman Logan´s Run wurde auch verfilmt; deutscher Titel: Flucht ins 23. Jahrhundert.) Für diese drei Bände hat Nolan aus der Unmenge von Material außergewöhnliche Western Stories herausgesucht, die die große Bandbreite von Fausts Western belegen. Leider sind inzwischen diese drei Bände vergriffen.

Doch mit der Auswahl der Geschichten für Tales of the Wild West [2] ist Nolan ein würdiger Nachfolgeband gelungen. Die sieben Geschichten sind von ihrer Thematik sehr verschieden und dokumentieren Fausts Erzähltalent in all seinen Facetten. Hier finden wir nicht nur dynamische Handlung und eine Vorliebe für den Zweikampf, sondern auch eine außergewöhnlich poetische Bildsprache und Fausts Sinn für Humor.

Friedrich Gerstäcker

Leben und Werk eines Erfolgsschriftstellers


Bei dem folgenden Text handelt es sich um das Manuskript eines Vortrages, den ich im Herbst 2005 in der VHS Essen gehalten habe. Der Vortragsstil wurde unverändert beibehalten, einige Abbildungen wurden hinzugefügt.


Im Juli 1837 - vor nunmehr 168 Jahren - erblickte von Bord der Barke "Constitution" ein gerade einundzwanzigjähriger junger Mann zum erstenmal das amerikanische Festland. Er hatte sich als Zwischendeckspassagier auf dem Segler eingeschifft und beabsichtigte, sich in den Vereinigten Staaten, von Amerika anzusiedeln. Genau wie die anderen Passagiere des Schiffes, und genauso wie die übrigen 23470 Auswanderer, die in diesem Jahr nach den USA aufbrachen, erhoffte sich der junge Friedrich Gerstäcker im "Land der langen Sehnsucht" ein Leben frei von den Beengungen und Problemen in Deutschland. Zwischen dem eigentlichen Auswanderungsentschluß und seiner Durchführung hatte Gerstäcker eine landwirtschaftliche Lehre auf einem Gut in Sachsen absolviert, so dass er mit den im landwirtschaftlichen Bereich anfallenden Arbeiten vertraut war. Für eine geplante Ansiedlung als Farmer in den westlichen Staaten der USA hatte eine solche Ausbildung laut der Meinung von Gerstäckers Mutter ihre Vorteile.

Friedrich Wilhelm Christian Gerstäcker wurde am 10. Mai 1816 in Hamburg geboren. Seine Jugend war von zahlreichen Umzügen der Familie geprägt. Der Vater, ein seinerzeit bekannter Tenor, wurde durch wechselnde Engagements gezwungen, öfters den Wohnort zu wechseln. So gelangte der Junge mit vier Jahren nach Dresden und kurz darauf zog die Familie ins kurhessische Kassel, wo Gerstäckers Vater einen Vertrag am Hoftheater erhalten hatte.