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Freitag, 18. Juli 2014

Max Brand

  Tales of the Wild West
Max Brand und seine Kurzgeschichten


Max Brand gehörte zu den Klassikern des amerikanischen Western. Es freut mich daher besonders hier einen ausführlichen, emotionalen Beitrag von Elisabeth Wänke bringen zu können, in dem Brands Kurzgeschichten im Mittelpunkt stehen. Der Beitrag wurde ursprünglich als Rezension zu Tales of the Wild West geschrieben, geht aber m.E. über den normalen Umfang einer Buchbesprechung hinaus und bietet gleichfalls eine Einführung in Werk und Leben von Max Brand. Er wird daher hier im Bereich der Artikel eingestellt! - Vielen Dank an Elisabeth Wänke, die mir freundlicherweise erlaubt hat, den Artikel auf "WILDWESTER - Home of the Western" zu veröffentlichen. (Old Reddy)

Tales of the Wild West

Elisabeth Wänke

Frederick Schiller Faust (1892-1944), bekannt unter dem Pseudonym Max Brand, war ein äußerst vielseitiger und produktiver Schriftsteller. Von ihm sind bis jetzt allein an die 200 Westernromane in Buchform erschienen, die vorher in den 20er und 30er-Jahren in den pulp magazines [1 - Texte zu den Fussnoten am Ende des Beitrages] meist als sechsteilige Fortsetzungsromane oder als inhaltlich zusammenhängende, aber in sich abgeschlossene novelettes (10000 -35000 Wörter) veröffentlicht wurden. Daneben existieren aber noch unzählige kürzere und längere Geschichten, die nach ihrer Veröffentlichung in den pulp oder slick paper magazines nie in Buchform erschienen.
Nur einige wenige wurden in Anthologien aufgenommen, davon die bekannteste Wine on the Desert (1936). Lange Zeit gab es keine einzige Anthologie von Fausts Western Stories. Erst William F. Nolan änderte diesen Mißstand, indem er 1981 den ersten Band von Max Brand´s Best Western Stories herausgab, denen 1985 und 1987 noch je ein Band folgte. (Nolan besitzt eine komplette Sammlung von Faust Erstausgaben. Mit über 50 Artikeln in Zeitungen und Magazinen über Faust ist er wahrscheinlich der beste Faust-Kenner überhaupt und außerdem selbst ein erfolgreicher Schriftsteller. Sein wohl bekanntester Roman Logan´s Run wurde auch verfilmt; deutscher Titel: Flucht ins 23. Jahrhundert.) Für diese drei Bände hat Nolan aus der Unmenge von Material außergewöhnliche Western Stories herausgesucht, die die große Bandbreite von Fausts Western belegen. Leider sind inzwischen diese drei Bände vergriffen.

Doch mit der Auswahl der Geschichten für Tales of the Wild West [2] ist Nolan ein würdiger Nachfolgeband gelungen. Die sieben Geschichten sind von ihrer Thematik sehr verschieden und dokumentieren Fausts Erzähltalent in all seinen Facetten. Hier finden wir nicht nur dynamische Handlung und eine Vorliebe für den Zweikampf, sondern auch eine außergewöhnlich poetische Bildsprache und Fausts Sinn für Humor.

Friedrich Gerstäcker

Leben und Werk eines Erfolgsschriftstellers


Bei dem folgenden Text handelt es sich um das Manuskript eines Vortrages, den ich im Herbst 2005 in der VHS Essen gehalten habe. Der Vortragsstil wurde unverändert beibehalten, einige Abbildungen wurden hinzugefügt.


Im Juli 1837 - vor nunmehr 168 Jahren - erblickte von Bord der Barke "Constitution" ein gerade einundzwanzigjähriger junger Mann zum erstenmal das amerikanische Festland. Er hatte sich als Zwischendeckspassagier auf dem Segler eingeschifft und beabsichtigte, sich in den Vereinigten Staaten, von Amerika anzusiedeln. Genau wie die anderen Passagiere des Schiffes, und genauso wie die übrigen 23470 Auswanderer, die in diesem Jahr nach den USA aufbrachen, erhoffte sich der junge Friedrich Gerstäcker im "Land der langen Sehnsucht" ein Leben frei von den Beengungen und Problemen in Deutschland. Zwischen dem eigentlichen Auswanderungsentschluß und seiner Durchführung hatte Gerstäcker eine landwirtschaftliche Lehre auf einem Gut in Sachsen absolviert, so dass er mit den im landwirtschaftlichen Bereich anfallenden Arbeiten vertraut war. Für eine geplante Ansiedlung als Farmer in den westlichen Staaten der USA hatte eine solche Ausbildung laut der Meinung von Gerstäckers Mutter ihre Vorteile.

Friedrich Wilhelm Christian Gerstäcker wurde am 10. Mai 1816 in Hamburg geboren. Seine Jugend war von zahlreichen Umzügen der Familie geprägt. Der Vater, ein seinerzeit bekannter Tenor, wurde durch wechselnde Engagements gezwungen, öfters den Wohnort zu wechseln. So gelangte der Junge mit vier Jahren nach Dresden und kurz darauf zog die Familie ins kurhessische Kassel, wo Gerstäckers Vater einen Vertrag am Hoftheater erhalten hatte.